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 500000 Mal: Boom, Boom, Boom
Stefanie Christ, 30 Jan 2006
Sie ist die meistverkaufte DJ der Schweiz

Sie ist die meistverkaufte She-DJ der Schweiz: DJ Tatana. Am Berner Barstreetfestival erhielt sie einen Preis für 500'000 verkaufte Tonträger. Eine Begegnung mit der Technoprinzessin kurz vor ihrem Auftritt in Bern.

Zwanzig Minuten nach Mitternacht: DJ Tatana sortiert im Backstagebereich des Barstreetfestivals noch ein letztes Mal ihre Platten, in zehn Minuten beginnt ihr Auftritt. Die alte Festhalle auf dem BEA-Gelände ist bereits voller Partygäste, es ist drückend heiss. DJ Tatana wirft ihre schwarzen Haare zurück und lächelt in eine Fotokamera. „Es ist pure Freude. Und es gibt Kraft zu sehen, dass ich nach all den Jahren auf diesen Weg gekommen bin. Das motiviert mich, zum Weitermachen“, sagt DJ Tatana (29) vor ihrer Krönung zur erfolgreichsten Technoprinzessin der Schweiz. Ihr Label „sirup“ überreicht ihr in der Nacht auf Sonntag einen Preis für 500'000 verkaufte Tonträger. Die zierliche Erfolgsfrau bringt alles unter einen Hut: Interview, Vorbereitungen für ihren Auftritt, mit Freunden plaudern, Einzelheiten für die Preisübergabe besprechen. All dies erledigt sie mit einer ausgeglichenen Ruhe und Selbstverständlichkeit. Ihre Energie und Motivation haben sie zur meistverkauften She-DJ gemacht: 500'000 verkaufte Tonträger. „Allein könnte ich das alles nicht schaffen, ich habe einen Manager, der mir bei der Koordination hilft und ich bin halt viel unterwegs. Auch heute noch habe ich jedes Wochenende einen Auftritt.“

Da wird getanzt
Fünf vor halb eins: Von draussen dringt der AC/DC-Klassiker „TNT“ in den Backstagebereich. Die Leute kreischen, der Boden bebt. Trotz Rock und HipHop: Viele der Anwesenden warten den ganzen Abend auf den Auftritt von DJ Tatana. Für die Zürcherin, die in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren wurde, ist die Auszeichnung ein Zeichen dafür, dass es um ihre Branche besser steht, als einige Kritiker meinen: „Gerade letztes Jahr war sehr erfolgreich und die Auszeichnung zeigt, dass ich meine Musik immer noch an die Leute bringen kann.“ Dass die She-DJ am Berner Barstreetfestival und nicht an einem grossen Technoevent geehrt wird, stört sie nicht. Im Gegenteil, denn „hier sind die Menschen, die in den Ausgang gehen und meine Musik hören. Meistens erhalte ich bei solchen Veranstaltungen oder auch auf dem Land das grösste Feedback von den Fans.“ Und diese sind sich einig, warum Trance und Techno immer noch beliebt sind: „Weil man dazu gut tanzen kann“.

Hier wird gearbeitet
Durch das Tanzen ist auch Tatana selbst zu ihrem Beruf gekommen: Zu Beginn der Technoszene in der Schweiz knüpfte sie an Parties wichtige Kontakte zu den Aktivisten der Szene. Ihre Arbeit sei ihr „grosses Hobby und es gibt viel Kraft, so dass ich mit grosser Freude arbeiten kann.“ Damit sie sich diese Freude auch bewahren kann, engagiert sich Tatana in vielen, unterschiedlichen Branchen. So moderiert sie eine Musiksendung im Fernsehen, arbeitet an Filmprojekten und fungiert als Produzentin. Um halb eins am Sonntagmorgen zählt für Tatana jedoch nur eine Tätigkeit: Das Auflegen. „Wie sind wir dran?“ fragt sie. „Knapp!“ ist die Antwort. Kein Problem für die She-DJ. Zielstrebig und ruhig verlässt sie den Backstagebereich und geht die Stufen zur Bühne hinauf. „Mtz-mtz-mtz“, der Bass pocht weiter, die nächsten 500'000 Tonträger werden angetanzt.

Stefanie Christ

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